selbstanalyse

Selbstanalyse

 

  • Wie stehe ich zur Lehre meiner derzeitigen Gemeinschaft?
  • Welches Gottesbild wird in meiner Glaubensgemeinschaft vermittelt und welches vermitteln andere Gemeinschaften?
  • Wie sieht mein Gottesbild aus? Passt es noch zu dem meiner Gemeinschaft?
  • Welchen Platz hat der Mensch in meiner Gemeinschaft?
  • Welche Gefühle tauchen bei mir auf, wenn ich an den entsprechenden Veranstaltungen teilnehme?
  • Was oder wer hält mich in der Gemeinschaft?
  • Was würde mir ohne diese Gemeinschaft fehlen?
  • Wie konnte ich unter den Vorgaben der Gemeinschaft mein eigenes Leben gestalten?
  • Bin ich in meiner privaten und beruflichen Entwicklung behindert worden?

 

Eine Möglichkeit zur Feststellung Ihrer Problematik kann ein neu entwickelter Test sein zum Thema:

 Wie steht es mit Ihrem Verhältnis zu Ihrer Glaubensgemeinschaft?

In vielen religiösen Gemeinschaften gibt es Schwierigkeiten, weil die Dogmatik der Gruppe und ihre hierarchische Struktur einen starken Einfluss auf die Lebensgestaltung ihrer Mitglieder ausüben. Besonders problematisch ist es, wenn sich die Mitglieder ihre Mitgliedschaft nicht ausgesucht haben und sie gar keine Wahl hatten, weil sie in die Gruppe hineingeboren wurden. Die gesamte Sozialisation ist von Kindheit an darauf ausgerichtet, sich den Zielen und Maßgaben der Gruppe kritiklos zu unterwerfen. Der Raum zur freien Entfaltung der eigenen Persönlichkeit ist dadurch sehr stark reduziert und/oder an den Angeboten der Gruppe orientiert.

 In ei­ner sicheren, Geborgenheit gebenden Glaubensgemeinschaft, sammelt man Kraft, findet Trost und ge­winnt Selbstvertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit durch Gebete oder Fürbitten. Dadurch kann ein wesentlicher Teil zur Erhaltung der seelischen Gesundheit beigetragen werden. Wenn aber hingegen die Gruppe und ihre Funktionsträger mehr am Selbsterhalt und persönlicher Macht interessiert sind, als am Schicksal der sich ihnen anvertrauenden Menschen, wirkt sich das in starkem Maß negativ auf die persönliche Entwicklung und Entfaltung der Person aus. Meist geschieht dieser Einfluss jedoch unbemerkt, weil die Grundsätze der Gemeinschaft als scheinbarer „eigener Wille“ tief in der Psyche verankert sind. Obwohl man in der Gruppe arbeitet und lebt, ist man innerlich isoliert und einsam, je älter umso mehr. Oft kommt es zu einem Doppelleben oder zur gedanklichen Jenseitsflucht. Selbst die in der Gemeinschaft geschlossenen  Ehen werden mehr zu einer Wohngemeinschaft als zur erfüllten Partnerschaft, die irgendwann, scheinbar plötzlich und vorher unbemerkt scheitert. Es entsteht das dumpfe Gefühl, dass der Partner sehr fern ist, mehr Interesse an der Gemeinschaft und deren angebotenen Tätigkeiten hat als am Ehepartner. Dieses Unbehagen ist oft mehr ein Gefühl als eine konkrete Erkenntnis, die Ursache wird jedoch kaum in der Glaubensgemeinschaft gesucht, sondern meist bei sich selbst und eingeredeten eigenen Fehlern. Man soll schließlich sich und seine Bedürfnisse nicht so wichtig nehmen, geht es doch um höhere Ziele. Man hält sich weiter an die gegebenen Spielregeln, wahrt seinen Status in der Gemeinde und erhält sich so das Gefühl, mehr zu sein als die anderen Menschen. Die auftauchenden Zweifel werden verdrängt oder argumentativ beiseitegeschoben, die Angst vor der Wahrheit und der Entfremdung von der Gruppe und dem folgenden sozialen Verlust wäre zu schmerzhaft. Lieber verschließt man vor dem eigenen, alltäglichen Unglück die Augen, die Sehnsucht nach Liebe und Entfaltung bleibt aber trotzdem tief im Inneren erhalten. Die einseitige Abhängigkeit von der Gruppe bleibt lebensbestimmend und damit zerstörerisch für die Seele, die eigene Individualität, Autonomie, und persönliches Wachstum werden aufgegeben (geopfert!) zugunsten einer überwertigen Jenseitsidee, die einem realer erscheint als die eigene Lebenswirklichkeit.

Gibt es in Ihrer Gemeinschaft  wirklich genügend Verständnis und Geborgenheit für Sie? Die folgenden Fragen können Ihnen helfen, Ihren "Beziehungs‑Quo­tienten" zu Ihrer Glaubensgemeinschaft festzustellen. Beantworten Sie die einzelnen Fragen und geben Sie sich ein A für die Antwort "stimmt", ein B für "stimmt manchmal" und ein C für "stimmt selten oder gar nicht".

 stimmt  manchmal  selten

Hier einige Fragenbeispiele:

1.      Es ist schwierig für mich, nicht zu tun, was meine Gemeinschaft  von mir verlangt.     stimmt  manchmal  selten 

2.      Ich habe viel an meiner Gemeinschaft  zu kritisieren.    stimmt  manchmal  selten

3.      Ich fühle mich durch die Gemeinschaft  eingeengt.   stimmt  manchmal  selten

4.      Meine Gemeinschaft  sagt mir zu oft, was ich tun soll.   stimmt  manchmal  selten

5.      Ich fühle mich durch die Gemeinschaft  oft herabgesetzt.   stimmt  manchmal  selten

 

Anmerkungen zur Auswertung:

Dieser Fragebogen ist als noch vorläufige Testversion eine Modifikation eines Partnerschaftstestes von Ursula Nuber aus „Psychologie Heute“, Mai 1992, mit dem Titel „Intimität, so nah und doch so fern“. Da das Verhältnis zu einer Glaubensgemeinschaft eher einer Partnerbeziehung gleicht als einer Mitgliedschaft in irgendeinem Verein kann Ihnen der Test helfen, eine erste, grobe Standortbestimmung durchzuführen und könnte für Sie als Anregung dienen, sich vertiefend mit der Problematik auseinanderzusetzen.

Selbstverständlich ist diese schwierige Thematik nicht so ohne weiteres in Zahlen auszudrücken und sollte daher auch im Hinblick auf die jeweilige Gemeinde innerhalb der Gemeinschaft und  die persönliche, augenblickliche Lebenssituation betrachtet werden.

Auch ist es möglich, einzelne Fragen, die Sie in Ihrer jetzigen Situation besonders ansprechen, losgelöst vom Bepunktungssystem weiterführend zu erforschen.

Wir sind sehr an Ihren Erfahrungen in der Bearbeitung dieses Fragebogens interessiert und jederzeit für konstruktive Kritik und Verbesserungsvorschläge offen. Über eine Rückmeldung zum Test würden wir uns sehr freuen. Download Fragebogen zur Glaubensgemeinschaft

 

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